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Coaching Skills für bessere Kommunikation im Coaching

16. Juli 2018

Manche Menschen glauben, dass, wenn Sie eine Frage gestellt oder eine Aussage getroffen haben, damit die Kommunikation beendet sei. Ähnlich einer Strasse, die nur in einer Richtung befahren wird. Dass dem nicht so ist, hören wir tagtäglich in Missverständnissen – Beruflich, privat oder im Coaching. Kommunikation ist vielmehr eine mehrspurige Kreuzung im Berufsverkehr ohne Signalanlagen. Aber wer den Verkehr regeln kann, kommuniziert besser. Nur was macht Kommunikation auch im Coaching manchmal schwierig? Wieso ist es manchmal so schwer zu begreifen, was jemand sagt, obwohl man jedes Wort versteht?

Das liegt daran, dass Sprache ein eigenständiges Repräsentationssystem ist. So wie wir in Bildern, Geräuschen, Gefühlen, Geschmäckern und Gerüchen denken, denken wir auch in Worten. Mit Worten können wir über Dinge reden, die wir niemals erlebt haben. Man könnte Sprache auch als Metapher betrachten – sie zeigt auf Dinge jenseits ihrer selbst, wie ein Finger, der auf den Mond zeigt; und der Mond ist immer wichtiger als der Finger. Verwechsle also nie den Wegweiser mit dem Ziel!1 Manchmal passiert das hingegen, was Kommunikation schwierig macht.

Ich weiss, dass ich nichts weiss – Sokrates

Um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, hilft einem Coach die optimale Haltung. „Ich weiss, dass ich nichts weiss“, ein Zitat von Sokrates. Es deutet an, mit welcher Haltung eine tief greifende Kommunikation erfolgreich geführt wird. Diese besteht aus der ständigen Bereitschaft, das, was man erlebt (sieht, hört, spürt, riecht und schmeckt), stets zu überprüft. Tut man das nicht, läuft man Gefahr, sich im Bedeutungssumpf eigener Interpretationen zu verlieren.

Im Folgenden schauen wir uns an einem praktischen Beispiel an, wie die Kommunikation besser geregelt werden könnte. Angenommen, eine gute Bekannte kehrt aus den Ferien zurück und du möchtest genau erfahren, wie der Urlaub war. Die zwei Wochen an der italienischen Adria waren erlebnisreich und erholsam, wie sie andeutet. Nur die Hinreise mit dem Auto war wie sie sagt: „Etwas anstrengend“. Mit der Aussage benutzt sie unbewusst zwei neurologische Verarbeitungsprozesse.

 

Tilgen: Aspekte weglassen → „Der Tag war ruhig.“

Zum einen tilgt sie dabei eine Menge Informationen. Denn was sie mit der Aussage nicht sagt, ist, was sie alles während der achtstündigen Hinreise erlebt hat. Würde sie dir alles detailtreu erzählen, was sie während dieser Zeit mit ihren 5 Sinnen erlebt hat, bräuchte sie mehr als die 8 Stunden Reisezeit. Indem sie Informationen tilgt, erlaubt ihr das, unwichtige Dinge aus Erfahrung auszuschliessen.

Während du diese Worte hier liest, kannst du dir bewusst werden und nimmst vielleicht die Temperatur des Raumes wahr, in dem du gerade bist, und vielleicht nimmst du auch wahr, wie sich der Stuhl anfühlt, auf dem du sitzt. Wenn du all jene Informationen bewusst verarbeiten müsstest, wäre deine Kapazität ziemlich schnell überlastet. Jeder von uns würde sich dann in einem Meer von Informationen untergehen sehen.

Mögliche Fragen, die du stellen könntest, um getilgte Informationen aufzudecken, sind z.B.:

  •      Wie genau seid ihr nach Italien gereist?
  •      Wann seid ihr genau nach Italien gereist?
  •      Wohin genau seid ihr nach Italien gereist?

 

Generalisieren: Ein Beispiel, das für eine ganze Gruppe von Erfahrungen repräsentativ sein soll. → „Französischer Wein ist der Beste.“

Des Weiteren verallgemeinert sie einen grossen Informationsblock. Sie sagt: „Die Hinreise war etwas anstrengend“. Dadurch weisst Du nicht, was genau für sie auf der Hinreise anstrengend war. Und es kann sein, dass deine Bekannte bereits längere Autofahrten unbewusst als generell „anstrengend“ abgespeichert hat.

Verallgemeinerungen, oder auch Generalisierung genannt, haben eine wichtige Funktion. Generalisierungen sind die Grundlage des Lernens. Wir lernen so Regeln aufgrund typischer Beispiele und wenden diese Regeln später an. So kann man in künftigen Situationen neue Beispiele besser verstehen. So nützlich dieser Prozess ist, sehr häufig führt er auch zu unseligen Ergebnissen. Fragen, um mögliche Generalisierungen aufzudecken, sind:

  •      Was genau war anstrengend auf der Hinreise?
  •      Wann genau war es anstrengend auf der Hinreise?
  •      Wie genau hast du festgestellt, dass es anstrengend war?

 

Verzerren: Wir geben manchen Aspekten eine Erfahrung mehr Gewicht als anderen. → „Laut zu sein ist unhöflich.“

Der dritte Verarbeitungsprozess fällt dir auf, als deine Bekannte deine Frage „Was war für dich auf der Hinreise anstrengend?“ beantwortet. „Mein Mann fährt wie mein Vater und dabei wird mir schlecht“, ist ihre Aussage. In der Kommunikation nennen wir das eine Verzerrung.

Bei Verzerrungen werden Erfahrungen auf verschiedene Weise umgewandelt und verdreht. Es ist ein Prozess, bei dem wir in der Lage sind, unsere Kreativität zu nutzen, um neue Möglichkeiten und künstliche Realitäten zu erschaffen. So zum Beispiel finden wir Verzerrungen in der Musik, Literatur, Philosophie und Kunst. Denke nur mal an das markante Werk „der Schrei“ von Edward Munch aus dem Jahre 1893. Es versinnbildlicht die negativen Probleme des 20. Jahrhunderts, also die Entfremdung der Gesellschaft und die Einsamkeit.

In Bezug zu unserem Beispiel könntest du folgende Fragen stellen, um Verzerrungen zu entkräften:

  •      Fährt dein Mann immer wie der Vater?
  •      Wird dir immer schlecht, wenn dein Mann fährt?
  •      Wurde dir auch schon nicht schlecht, wenn dein Vater fuhr?

 

Zusammenfassung

Mit Sprache haben wir in bestimmten Grenzen eine unermessliche Gestaltungsfreiheit. Sie grenzt uns jedoch ein, unsere Gedanken korrekt anderen mitzuteilen. Weil einerseits falsche Worte genutzt werden können und weil andererseits der Erfahrungshorizont meist unterschiedlich ist, entstehen Missverständnisse.

Die Wirklichkeit einer anderen Person kennen wir in Gesprächen und Coaching nicht. Und so bleibt jedes gesprochene Wort einer Person eine Vermutung, was damit gemeint sein könnte. Mit der Haltung: „Ich weiss, dass ich nichts weiss“, lassen wir eine Neugierde für das Gehörte wachsen. Ist sie gross genug, lernen wir die richtigen Fragen zu stellen. Und mit den richtigen Fragen decken wir die Generalisierungen, Tilgungen und Verzerrungen auf.

Bessere Kommunikation ist in dem Sinne gutes Zuhören, richtige Aussagen treffen und stetes Überprüfen, dass die Nachricht angekommen ist respektive dass man richtig verstanden hat. Hält man diese Schritte ein, ist praktisch jedes Coaching ein Erfolg und regelt den kommunikativen Verkehr auf der Prozessebene.

In unserem vierwöchigen praxisorientierten Lehrgang «Coaching Skills – Kommunikation & Wahrnehmung» vermitteln wir das Wissen und die Kompetenzen für bessere Kommunikation. Neben den drei hier genannten neurologischen Gestaltungsprozessen vertiefen wir lösungsorientierte Fragestrukturen. Damit beraten Coaches ihre Klienten ohne Ratschlag.

 

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Kursinformationen

Die 4-wöchige Ausbildung «Coaching Skills: Kommunikation & Wahrnehmung» wird Deine Sensibilität in den Bereichen Kommunikation und Wahrnehmung für stärkere Interaktion in Coachingsituationen gesteigert – im Beruf, Privaten oder Sport.  Dazu erlernst Du die Bereiche für richtiges Zuhören und Fragen, ohne die ein Coaching nur ein nettes Plaudern bleibt.

Ray Popoola

Ray Popoola

Ray Popoola ist Trainer für NLP & Hypnose und Ökonom. Er hat Mindgroup Professionals gegründet und freut sich unterschiedliche Fachkompetenzen unter einem Dach vereint zu haben. Er steht dafür ein, dass jeder Mensch seine Bestleistung erreichen kann. Bei MGP lernt man die Werkzeuge, um andere Menschen dahin zu bringen.

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